von Tina Winter (SPD), Martin Fischer (CDU), Konstantin Bonfert (FDP)
Auf Initiative der Fraktionen von SPD, CDU und FDP hat die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschlossen, Schülerinnen und Schüler künftig stärker in die Gestaltung der „Woche des Gedenkens“ einzubinden. In einem ersten Schritt soll dafür die Gedenkstunde zum Auftakt der Woche zukünftig gemeinsam mit einer Schule im Bezirk ausgestaltet werden. Als mögliche Auftaktschule ist die Heinrich-Hertz-Schule vorgesehen.
Die Woche des Gedenkens ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur in Hamburg-Nord. Mit dem nun beschlossenen Antrag soll sie um neue Beteiligungsformate ergänzt und stärker mit Schulen, Jugendlichen sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren vernetzt werden.
Kern des Beschlusses ist die Einrichtung einer Arbeitsgruppe aus Politik, Präsidium der Bezirksversammlung und Verwaltung. Sie soll Vorschläge für die Weiterentwicklung der Woche des Gedenkens bis zum Sommer 2027 erarbeiten.
Bereits die Eröffnungsveranstaltung der Woche des Gedenkens 2027 soll gemeinsam mit einer Schule aus dem Bezirk, beispielsweise mit der Heinrich-Hertz-Schule, neu gestaltet werden. Jugendliche sollen aktiv an der Entwicklung und Umsetzung beteiligt werden.
Zudem soll geprüft werden, wie Schulen durch pädagogische Materialien unterstützt und kreative sowie digitale Formate stärker eingebunden werden können. Denkbar sind beispielsweise Podcasts, Ausstellungen, Social-Media-Projekte, Theater- oder Kunstprojekte. Auch die Zusammenarbeit mit lokalen Gedenkstätten, Initiativen und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren soll ausgebaut werden, um das Gedenken stärker in der Gesellschaft zu verankern und mehr Menschen zu erreichen.
Tina Winter (SPD), Fraktionsvorsitzende:
„Gerade junge Menschen sind entscheidend dafür, dass Erinnerung nicht nur bewahrt, sondern aktiv in die Zukunft getragen wird. Um dies zu gewährleisten, müssen sie stärker als bisher eingebunden und zur eigenständigen Auseinandersetzung insbesondere mit dem schlimmsten Kapitel der deutschen Geschichte befähigt werden.
Schulen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie sind Orte des Lernens, der Diskussion und der Wertevermittlung. Durch eine engere Verzahnung zwischen schulischer Bildung und außerschulischen Gedenkformaten und angemessener pädagogischer Betreuung kann ein nachhaltiger Zugang zur Erinnerungskultur geschaffen werden, der der Lebenswelt der jungen Menschen entspricht, in dem sie sich Geschichte und Erinnerung beispielsweise mit den Kunst- und Informationsformaten erschließen, die auch sonst ihr Leben prägen. Damit kann es gelingen, das Erinnern, die Geschichte und einen aktiven zukunftsgewandten Umgang damit zu sichern, um das alles für die Generationen zu erhalten, die heute noch gar nicht geboren sind.“
Martin Fischer (CDU), Fraktionsvorsitzender:
„Die Woche des Gedenkens ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Erinnerungskultur in Hamburg-Nord. Uns als CDU ist es besonders wichtig, dass junge Menschen sich mit der Geschichte unseres Landes auseinandersetzen und die Bedeutung von Demokratie, Freiheit und Verantwortung verstehen. Die stärkere Einbindung von Schulen und Jugendlichen bietet die Chance, das Gedenken generationenübergreifend weiterzutragen und zugleich zeitgemäß zu gestalten. So bewahren wir die Erinnerung an die Vergangenheit und stärken das historische Bewusstsein für die Zukunft.“
Konstantin Bonfert (FDP), Sprecher für Kultur:
„Erinnerungskultur darf nicht ritualisiert erstarren, sondern muss jede Generation neu erreichen. Gerade junge Menschen brauchen Zugänge, die historisches Bewusstsein stärken, aber zugleich ihre Perspektive ernst nehmen. Mit der Weiterentwicklung der Woche des Gedenkens setzen wir auf die Einbindung von Schulen, lokalen Initiativen sowie kreative und digitale Formate, um Erinnerung lebendig, verständlich und zukunftsfähig zu machen. So schaffen wir eine Erinnerungskultur, die nicht nur zurückblickt, sondern junge Menschen zur aktiven Auseinandersetzung befähigt.“
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