von Tina Winter, Martina Schenkewitz (SPD), Martin Fischer, Philipp Kroll, Ekkehart Wersich, Dr. Clarissa Bohlmann, Ralf-Martin Diedrich (CDU), Claus-Joachim Dickow, Lars Jessen (FDP)
Die Busse der Hamburger Hochbahn bedienen im Hamburger Stadtgebiet täglich fast 120 Linien mit insgesamt rund 1.400 Haltestellen. Je nach örtlichen Gegebenheiten und Auslastung verfügen viele Haltestellen über Fahrgastunterstände. Der erklärte Zweck dieser sogenannten Fahrgastunterstände lautet „Wetterschutz mit Sitzgelegenheit“ und eine Erhöhung des „Aufenthaltskomforts“. Die Bezirke sind in die Genehmigung von Fahrgastunterständen eingebunden.
In Zeiten des Klimawandels bedeutet „Wetterschutz“ nicht nur Schutz vor Regen, sondern auch vor Sonneneinstrahlung. Die Hitzewellen der letzten Wochen haben noch einmal deutlich gezeigt, wie belastend und gesundheitsgefährdend extreme Temperaturen sind. Der Hamburger Hitzeaktionsplan prognostiziert eine weitere Zunahme Heißer Tage (= Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30°C).
Im Bezirk Hamburg-Nord ist festzustellen, dass eine maßgebliche Zahl der Wartehäuschen mit Glasdächern (Drahtglas) ausgestattet ist. Allein im Streckenabschnitt der erheblich frequentierten Buslinien 37 und 172 zwischen dem Bahnhof Barmbek und dem AK Barmbek betrifft dies sämtliche Haltestellen. Die transparenten Glasdächer bieten nur einen begrenzten Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und können bei intensiver Sonneneinstrahlung zu einer erheblichen Aufheizung des Wartebereichs und der Sitzflächen führen. Sie machen den Aufenthalt bei entsprechender Sonneneinstrahlung unerträglich und bewirken so das genaue Gegenteil von Wetterschutz und Aufenthaltskomfort.
Eine flächendeckende Ausstattung der Wartehäuschen mit lichtundurchlässigen Dächern ist daher eine anstehende Klimaanpassungsmaßnahme, erst recht eine größere Anzahl begrünter Haltestellendächer. Aber eine sehr viel schnellere und kostengünstigere Abhilfe ist auch schon durch eine entsprechende Nachrüstung der Glasflächen mit Sonnenschutzfolien oder Sonnenschutzbeschichtungen möglich.
Wirksamer Hitzeschutz gelingt nur als Zusammenspiel von längerfristiger Planung und Akutmaßnahmen. Dabei ist keine Maßnahme zu kleinteilig, wenn sie den Menschen im Alltag schnell und wirksam Erleichterung verschafft.
Petitum/Beschluss
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord möge vor diesem Hintergrund beschließen:
- Das Bezirksamt wird gebeten, sich gegenüber der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende sowie den zuständigen Betreibern der Fahrgastunterstände dafür einzusetzen, dass geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des sommerlichen Hitzeschutzes an Fahrgastunterständen im Bezirk Hamburg-Nord geprüft und schrittweise umgesetzt werden. Hierbei sollen insbesondere der Austausch transparenter Dachflächen, geeignete Sonnenschutzmaßnahmen sowie – wo technisch möglich – begrünte Fahrgastunterstände berücksichtigt werden.
- Dem Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität soll jedes Jahr über den aktuellen Stand des Ausbaus der Fahrgastunterstände berichtet werden.
