Die Bezirkskoalition aus SPD, CDU und FDP will prüfen lassen, ob das „Feierabendparken“ auch in Hamburg-Nord eingeführt werden kann. Die simple Idee dahinter: In vielen Wohnvierteln ist es abends oder in der Nacht schwierig einen Parkplatz zu finden – während gerade dann große Parkplätze von Supermärkten und Einzelhändlern leer stehen. Beim Feierabendparken sollen solche Flächen zeitlich begrenzt außerhalb der Öffnungszeiten für Anwohner freigegeben werden. 

Einen entsprechenden Antrag hat die Bezirksversammlung Hamburg-Nord auf Initiative der Koalition am Donnerstag beschlossen. Demnach soll das Bezirksamt prüfen, ob ein solches Projekt in Hamburg-Nord umgesetzt werden kann. Dass die Idee funktioniert, zeigt ein bereits existierendes Pilotprojekt in Hamburg-Mitte. Dort werden Parkplätze eines Supermarkts nach Ladenschluss über ein digitales Buchungssystem vergeben. Die bisherigen Erfahrungen machen Mut: Das Angebot wird angenommen und der vorhandene Parkraum besser genutzt. Dank einer solchen pragmatischen Zusammenarbeit zwischen Stadt und privatem Betreiber lässt sich also Parkraum effizienter nutzen, ohne neue Flächen zu versiegeln oder bauliche Maßnahmen umzusetzen.

Tina Winter (SPD), Fraktionsvorsitzende:
„Bei vielen Verkehrsbaumaßnahmen sind in den letzten Jahren auch Parkplätze entfallen. Das stellt Anwohnende vor allem in den Abendstunden teilweise vor die große Herausforderung lange und teilweise aufwendig nach einem Parkplatz zu suchen. Um diesen Parkdruck für Anwohnende zu mindern, kann zusätzlicher Parkraum auf freien Flächen beispielsweise von Supermärkten, die nachts nicht genutzt werden, ein entlastender Baustein sein. Das Modellprojekt in Hamburg-Mitte hat hier aus unserer Sicht den richtigen Weg eingeschlagen. Sobald eine hoffentlich positive Auswertung dieses Projekts vorliegt, wünschen wir uns, dass das Angebot am besten stadtweit und damit natürlich auch in Hamburg-Nord etabliert wird.“ 

Martin Fischer (CDU), Fraktionsvorsitzender:
„Abends Parkplatz suchen, während Supermarktparkplätze leer stehen – das ergibt keinen Sinn. Feierabendparken nutzt vorhandene Flächen smarter und kann den Parkdruck schnell spürbar senken, ganz ohne Neubau oder zusätzliche Versiegelung.“ 

Lars Jessen (FDP), Sprecher für Mobilität:
„Raum in innerstädtischen Bereichen ungenutzt zu lassen ist ein Luxus, den wir uns heute nicht mehr leisten sollten. Wir Freien Demokraten haben schon vor Jahren auf das ungenutzte Potential von öffentlich zugänglichen Flächen in privater Hand hingewiesen und freuen uns, dass diese innovative Idee jetzt mehrheitsfähig geworden ist!“