Mit dem Fahrrad sicher durch den Straßenverkehr zu kommen, will früh gelernt sein. Die Fraktionen von SPD, CDU und FDP in Hamburg-Nord setzen sich deshalb für eine kindgerechte Verkehrsübungsfläche im Bezirk. In einem gemeinsamen und am Mittwoch im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität beschlossenen Antrag bitten sie das Bezirksamt, mögliche Standorte zu untersuchen und die Umsetzung eines Pilotprojekts vorzubereiten.

Auf einem solchen Übungsplatz könnten Kinder abseits des fließenden Verkehrs typische Situationen kennenlernen und ihre Geschicklichkeit auf dem Fahrrad verbessern. Markierte Fahrbahnen, Kreuzungen, Zebrastreifen und Verkehrszeichen würden dabei helfen, Regeln anschaulich und spielerisch zu vermitteln. Eltern könnten das Angebot auch in ihrer Freizeit gemeinsam mit ihren Kindern nutzen.

Als mögliche Standorte kommen unter anderem bestehende Rollerbahnen in Langenhorn sowie geeignete Schulhöfe, Markt- oder Parkplatzflächen infrage. Für die Umsetzung sollen möglichst bereits vorhandene Flächen genutzt und mit überschaubarem Aufwand ausgestattet werden.

Geprüft werden soll außerdem eine Zusammenarbeit mit der Polizei, Schulen, Elterninitiativen und Vereinen aus dem Stadtteil. Auch die Erfahrungen der Verkehrslehrerinnen und Verkehrslehrer der „Aktion Verkehrsfuchs“ könnten in das Vorhaben einfließen.

Sollte die Zuständigkeit für eine solche Anlage nicht beim Bezirk liegen, will sich die Bezirksversammlung bei den zuständigen Stellen auf Landesebene für eine Pilotfläche in Hamburg-Nord starkmachen.

 

Tina Winter (SPD), Fraktionsvorsitzende:
„Regeln geben Sicherheit und schützen im Verkehr. Um sich selbstbewusst und sicher im Verkehr – ob zu Fuß oder auf dem Rad – bewegen zu können, ist es für Kinder ganz besonders wichtig, schon früh die wichtigsten Straßenverkehrsregeln zu lernen. An vielen Schulen gibt es dazu Angebote, die gemeinsam mit der Polizei durchgeführt werden. Aber auch Eltern brauchen Plätze, auf denen sie mit ihren Kindern in der Freizeit das richtige Verhalten üben können. Einfach zugängliche Plätze, die so gestaltet sind, dass sie beispielsweise durch Farbe auf dem Boden Straßensituationen und Verkehrszeichen abbilden, können dafür genau der richtige Ort sein. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass an wenigstens einem Standort in Hamburg so ein Angebot geschaffen wird.“

Philipp Kroll (CDU), Vorsitzender im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität:
„Wir als CDU wollen, dass Kinder früh lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Eine kindgerechte Verkehrsübungsfläche schafft dafür einen geschützten Raum, in dem sie spielerisch üben können. Das ist ein wichtiger Beitrag für mehr Verkehrssicherheit in Hamburg-Nord.“

Monika Grodt-Kuhn (FDP), Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität:
„Der heutige Straßenverkehr wird immer komplexer und dicht besiedelte Bezirke wie Hamburg-Nord stellen Kinder vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass Kinder frühzeitig lernen, sich vollkommen sicher auf zwei Rädern zu bewegen. Zugang zu selbst bestimmter Mobilität von Kindesbeinen an ist für uns freie Demokraten ein hohes Gut. Um allen Kindern den Einstieg in einem sicheren und geschützten Rahmen zu ermöglichen, wollen wir gezielt Räume zum gemeinsamen Lernen und Üben schaffen, damit niemand von der Teilhabe am Straßenverkehr ausgeschlossen wird.“