Friedhof Ohlsdorf gehört den Park- und Friedhofsbesuchern!

Der Friedhof Ohlsdorf ist der größte Parkfriedhof der Welt. Mit seinen 389 Hektar ist er zugleich Hamburgs größte Grünanlage. Auch wenn immer weniger Flächen für Beisetzungen benötigt werden, verlagert sich seine Bedeutung in Richtung Park. Gleichzeitig wird er aber auch Friedhof bleiben. Er ist einer der wenigen Friedhöfe, auf dem private PKWs zugelassen sind. Eine Untersuchung ergab, dass rund 8.600 Berufspendler täglich den Friedhof als Abkürzung benutzen.

Nun wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf ein Schrankensystem auf der Mittelallee installiert, um hauptsächlich die Durchgangsverkehre der Berufspendler wirksam zu reduzieren. Die Schrankenanlage ist prinzipiell geschlossen. Vertreterinnen und Vertreter der Friedhofsgewerbe wie Bestattungs-, Gärtner und Steinmetz-Betriebe sowie die Angestellten des Friedhofs haben eine Genehmigung zum Öffnen der Schranke erhalten. Busse des HVV können unbeschwert durch die Schranken fahren. Für die Besucherinnen und Besucher von Trauerfeiern, wurde ein elektronisches Rufsystem installiert. Über dieses System wird die Schranke individuell geöffnet und ermöglicht so einen direkten Weg zur Kapelle. Fußgänger und der Radverkehr werden nicht begrenzt. Besucher von Gräbern sollen auch weiterhin mit ihrem PKW einfahren können und müssen die für Sie passende Einfahrt auf den Friedhof suchen, um ihre Grabstelle zu erreichen. Durchgangsverkehr soll hingegen weiter unterbunden werden. Zuletzt gab es Beschwerden u.a. von betroffenen Schwerbehinderten, sie würden trotz ihrer Eingeschränktheit keine Ausnahme für die Durchfahrt erhalten.

Bisher wurde ca. 170 Chips zur Schrankenöffnung ausgegeben. Laut Friedhofsverwaltung wurden am Totensonntag, 22. November 2020, die Schranken einmalig offengelassen. Die CDU-Fraktion begrüßt die Schrankenlösung zur Unterbindung von Durchgangsverkehren der Berufspendler an Werktagen, sieht allerdings nicht die Notwendigkeit eine Sperrung an Sonntagen und Feiertagen.

BV-Antr-20-24-Friedhof-Ohlsdorf-gehoert-den-Park-und-Friedhofsbesuchern