Flächenleerstand Hamburger Meile (II)/Mit Antwort

von Stefan Baumann, Matthias Busold (CDU)

Sachverhalt:

Bereits seit über fünf Jahren ist im Einkaufszentrum Hamburger Meile eine auffällige Fluktuation von Einzelhandelsgeschäften, verbunden mit begleitenden, längeren Ladenleerständen, zu beobachten.

Bereits vor fast drei Jahren hatte die CDU-Fraktion deshalb eine Kleine Anfrage zu diesem Thema gestellt, mittlerweile wirkt die Situation bei einem Blick in das Einkaufszentrum selbst noch etwas verschärfter. Sicherlich mag das eine oder andere auch eine Folge der Corona-Pandemie sein, die Tendenz bleibt aber deutlich erkennbar, das Einkaufszentrum erinnert mittlerweile mehr und mehr an den Zustand vor seinem im Jahr 2008 gestarteten Umbau.

Auch wenn die Möglichkeiten von Politik und Verwaltung hier deutlich eingeschränkt sind, und durch den immer stärker werdenden Online-Handel eine gewaltige Änderung im Einkaufsverhalten stattfindet, ist es erforderlich, die aktuelle Situation zu analysieren.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtsleiter:

  1. Wie bewertet das Bezirksamt/Fachamt Wirtschaftsförderung die Situation des EKZ Hamburger Meile grundsätzlich?
    Dem EKZ Hamburger Meile kommt laut Hamburger Zentrenkonzept als Standort im Bereich des „Urbanen Marktplatzes“ eine wichtige Funktion als „Schwerpunkt für die übergeordnete Versorgung“ zu. Der Leerstand der „Meile“ beträgt nach Auskunft des Centermanagements aktuell deutlich unter 10%. Zwar ist er etwas höher als vor der Pandemie, aus Sicht der Wirtschaftsförderung aber nicht ungewöhnlich hoch. Vergleichbare Center stehen derzeit vor ähnlichen Herausforderungen in der Vermietung. Entwicklungspotenzial sieht die Wirtschaftsförderung insbesondere in einer besseren Anbindung der nach innen orientierten Centeranlagen an den umliegenden Stadtraum. Darüber hinaus kann für detailliertere Informationen zum Flächenangebot und zu den Vermietungsaktivitäten nur auf das Centermanagement verwiesen werden. Der Centermanager Herr Carsten Gogol steht gerne für einen Dialog mit der Politik zur Verfügung.
  1. Gab es in der näheren Vergangenheit bereits Aktivitäten oder einen Austausch zwischen dem Betreiber/dem Centermanagement und dem Bezirksamt? Wenn ja, mit welchem Inhalt?
    Der letzte Austausch zwischen bezirklicher Wirtschaftsförderung und Centermanagement betraf eine Flächenanfrage im April 2022. Daneben gab es Kontakt zwischen dem WBZ und dem Centermanagement im Rahmen der u.g. Baugenehmigungsverfahren.
  2. Gibt es, ungeachtet der aktuellen Situation, einen regelmäßigen Austausch zwischen dem Centermanagement und dem Fachamt Wirtschaftsförderung? Wenn ja, mit welchem Inhalt?
    Einen regelhaften Austauschtermin zwischen Centermanagement und bezirklicher Wirtschafts-förderung gibt es nicht. Anlassbezogen gab es in den letzten Jahren diverse Kontakte.
  3. Gab es seitens des Betreibers und/oder des Centermanagements in den letzten Jahren Nutzungsänderungsanträge? Bitte mit Inhalten tabellarisch aufführen.
    Siehe nachstehende Tabelle. Die Betrachtung erfolgte über die vergangenen 5 Jahre.
  1. Haben der Betreiber und/oder die im EKZ ansässigen Geschäften Mittel aus dem Hamburger Neustartfonds City & Zentren (HmbNFCZ) abgerufen. Wenn ja, für welche Konzepte und in welcher Höhe. Bitte aussagekräftiges Material der Antwort beilegen?
    Nein. Förderfähig durch den Hamburger Neustartfonds City & Zentren sind ausschließlich Inte-ressengemeinschaften und Business Improvement Districts (BIDs), aber keine klassischen Ein-kaufszentren – siehe Förderrichtlinie zum HmbNFCZ.
  2. Gibt es zum Thema EKZ Hamburger Meile einen regelmäßigen Austausch mit der Wirtschaftsbehörde? Wenn ja, mit welchen Inhalten?
    Fehlanzeige.
KA-22-45-Flaechenleerstand-Hamburger-Meile-II-antwort-Foerderrichtlinie-zum-hamburger-neustartsfonds-city