Rückbenennung des Kraepelinweges zum Juliusweg wegen der von der Kommission für NS-belastete Straßennamen offengelegten und dem NS-Regime zuarbeitenden Rassentheorien

Rüdiger Wendt, Momme Daehne (SPD), Simone Dornia (GRÜNE), Stefan Baumann (CDU), Claus-Joachim Dickow (FDP), Jonas Wagner (die Linke)

Die Behörde für Kultur und Medien hat im September 2020 eine Kommission aus acht Expertinnen und Experten für erinnerungspolitische Fragestellungen berufen, die Entscheidungskriterien für den Umgang mit NS-belasteten Straßennamen in Hamburg entwickeln und Empfehlungen zu möglichen Umbenennungen aussprechen sollte. Die Kommission hat seitdem zehn Mal getagt und kürzlich einen Abschlussbericht mit Vorschlägen zum weiteren Verfahren vorgelegt.

In diesem Bericht wird in unserem Regionalbereich der Kraepelinweg erwähnt und die Rückbenennung zum Juliusweg empfohlen:

Emil Kraepelin // Nikolaus Heinrich Julius – Verkehrsfläche: Kraepelinweg (Barmbek-Süd); benannt: 1938–

Kurzinformationen: Emil Kraepelin (1856-1926): Psychiater–

Einordnung/Typologie gem. Templin: [nicht untersucht]

Einschätzung der Kommission: Durch seine Rassetheorien war Kraepelin ein Wegbereiter der NS-Ideologie im Bereich der Psychiatrie. Die nach ihm benannte Straße wurde 1938 im Rahmen der Umbenennung von nach Menschen jüdischer Herkunft benannten Straßen von Juliusweg in Kraepelinweg umbenannt. Dabei wählten die Nationalsozialisten bewusst Kraepelin für eine Benennung aus. Die Kommission empfiehlt die Umbenennung des heutigen Kraepelinwegs und damit Rückbenennung nach dem Arzt Nikolaus Heinrich Julius.

Petitum:

  1. Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich beim Senat wie von der Kommission zum Umgang mit NS-belasteten Straßennamen empfohlen für die Rückbenennung des Kraepelinweges in Juliusweg einzusetzen.  
  2. Der Name „Juliusweg“ sollte mit einem ergänzenden Hinweisschild erklärt werden, ggf. auch inklusive eines Hinweises auf die Umbenennung mit der Begründung.