von Marco Hosemann, Dino Ramm, Wiebke Fuchs, Bjørn Knutzen (Die Linke), Timo B. Kranz, Thorsten Schmidt (GRÜNE), Lena Otto, Carsten Gerloff (SPD), Katharina Schwarz, Philipp Kroll (CDU), Claus-Joachim Dickow, Ron Schumacher (FDP)
Gerne möchten wir die Eingabe einer Bürgerin (Drucksache 22-0413, Auszug im Anhang) aufgreifen, die sich die Mitbenennung von nach Männern benannten Straßen im Bezirk Hamburg-Nord nach den ebenso bedeutenden weiblichen Verwandten wünscht. Dies ist mit der Anbringung von zusätzlichen Schildern unter den Straßenschildern einfach umzusetzen und Umbenennungen sind nicht erforderlich, weil die Frauen dieselben Nachnamen trugen. In Hamburg sind 86 Prozent der nach Personen benannten Verkehrsflächen nach Männern und nur 14 Prozent nach Frauen benannt (Stand: November 2024). Auf dieses Ungleichgewicht macht die Historikerin Rita Bake schon lange aufmerksam. Auf ihren Vorschlag hin wurde 2001 in Winterhude bereits die 1910 nach dem Schriftsteller Johannes Gottsched benannte Gottschedstraße nach seiner Ehefrau und Journalistin Luise Gottsched mitbenannt. In einem aktuellen Aufsatz schlägt Rita Bake weitere Mitbenennungen vor, mit denen Frauen gewürdigt werden können. Unter den Vorschlägen ist wie in der Eingabe die Forsmannstraße in Winterhude, die 1907 nach dem Architekten Franz Gustav-Joachim Forsmann (1795–1878) benannt wurde. Die Straße soll zusätzlich nach seiner Mutter Margaretha Forsmann, geb. Meyer (1753–1836) benannt werden. Sie war Bildnismalerin, Elfenbeinschnitzerin und leistete feinmechanische Arbeiten an Mikroskopen und Elektrisiermaschinen. Die Zusatzschilder sollen folgenden Text tragen, der mit Rita Bake abgestimmt ist: „nach Franz Gustav-Joachim Forsmann (1795–1878), Architekt und Stadtbaumeister und Abel Margaretha Sophia Forsmann, geb. Meyer (1753–1836), Bildnismalerin,
feinmechanische Arbeiten an Mikroskopen und Elektrisiermaschinen“.
Mit der Mitbenennung kann nicht nur das Verhältnis zwischen nach Frauen und Männern benannten Straßen verbessert, sondern auch auf die patriarchalen Denk- und Machtstrukturen von damals aufmerksam gemacht werden, die unsere Gesellschaft bis heute prägen. So sind Frauen im Jahre 2025 immer noch nicht gleichberechtigt. Deshalb soll das Zusatzschild am 8. März 2026 anlässlich des Internationalen Frauentages eingeweiht werden.
Petitum
Die Bezirksamtsleitung wird vor diesem Hintergrund dazu aufgefordert,
1. die Mitbenennung der Forsmannstraße nach Margaretha Forsmann dem Staatsarchiv zur Prüfung vorzulegen, damit diese anschließend von der zuständigen Senatskommission beschlossen werden kann;
2. den obenstehenden Text zur Abstimmung und Genehmigung dem Staatsarchiv vorzulegen;
3. die Herstellung und Anbringung der Zusatzschilder für die Forsmannstraße mit dem abgestimmten Text in Auftrag zu geben;
4. die Einweihung der Zusatzschilder am Samstag, 8. März 2026 zu begleiten.